Die Oscars und das Oscarspiel 2008

Noch eine Panne beim Oscarspiel!

Es ist mir ja unglaublich peinlich, aber der Jury ist doch tatsächlich ein zweiter Sieger mit 12 Punkten durch die Lappen gegangen. Ich nehme alle Schuld auf mich: Henners bestens ausgefüllter Tippzettel war bei mir im E-Mail-Fach, der Ausdruck ist in der Oscarnacht aber verloren gegangen... Erst nach massiven Beschwerden habe ich den verlorenen Tipp auswerten können. Und siehe da: Henner ist mit J. P. Sieger der diesjährigen Runde. Und da er sie persönlich in Empfang nehmen kann, wird unsere Wandertrophäe bis Februar 2009 nach Kreuztal kommen... Herzlichen Glückwunsch den beiden Gewinnern und - räusper - Entschuldigung! Beim nächsten Mal läuft alles reibungslos. Hoffe ich...

Schnörkel- und schmerzlos: Die 80. Oscarverleihung war das, was man nach dem Autorenstreik erwarten durfte. Wenig Tamtam, abschnürende Kleider, ein sonnenbebrillter Jack Nicholson in der ersten Reihe und fünf nominierte Lieder, die sich so gar nicht einprägen wollten. Um 5.45 Uhr war's dann geschafft, die Gewinner standen fest, und irgendwie kann man sich über keinen so richtig ärgern. Schließlich war bei den Nominierungen bereits eine Vorauswahl getroffen worden, die große Enttäuschungen von vornherein ausschloss. Moderator Jon Stewart war bei seinem Oscardebüt vor ein paar Jahren zwar besser aufgelegt, aber nach der letztjährigen Staubsaugereinlage von Ellen DeGeneres mussten wir einfach grunddankbar sein.

Und wer bekam nun die Oscars? Wenn es auch keine "großen" Gewinner gab, so konnten doch die Gebrüder Coen sehr zufrieden auf die Oscarpartys gehen. Bester Film wurde ihr neues Werk "No Country for Old Men", der auch den längst fälligen Regieoscar für Joel und Ethan Coen mit sich brachte. Gut so. Bester Hauptdarsteller wurde Daniel Day-Lewis für seine Rolle als Ölbohrer in "There Will Be Blood". Für ihn war es Goldjunge Nummer zwei, Ende der 80er bekam er ihn bereits für "Mein linker Fuß". Überraschend kam die neue Auszeichnung aber nun wahrlich nicht. Ich gehe davon aus, dass er sie sich auch verdient hat. Bei der weiblichen Hauptrolle war's schon erstaunlicher. Hier gewann nicht etwa Julie Christie, sondern die Französin Marion Cotillard, die für ihr Porträt der Edith Piaf auch schon den Golden Globe, den César und den BAFTA bekam. Beste Nebendarstellerin wurde Tilda Swinton für "Michael Cayton". Freut mich. Bester Nebendarsteller wurde Javier Bardem für "No Country for Old Men". Freut mich erst recht. Beim Originaldrehbuch hatte die sicherlich sehenswerte Teenie-Schwangerschaft von "Juno" die Nase vorn, bei den adaptierten Drehbüchern "No Country for Old Men". Der Ausstattungspreis ging an das in der Tat nett ausgestattete aber leider recht belanglose Barbiergeträller "Sweeney Todd", die Musik von "Abbitte" wurde verdientermaßen ausgezeichnet, ebenso die grandiosen Kostüme von "Elizabeth: Das Goldene Zeitalter". Beste Kamera ging an "There Will Be Blood". "Das Bourne Ultimatum" bekam drei Trophäen für Schnitt, Ton und Toneffektschnitt. Die besten visuellen Effekte gab es beim "Goldenen Kompass" zu bewundern, beste Dokumentation wurde "Taxi to the Dark Side". Die beste Maske sah die Academy in "La Vie en Rose". Der Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film ging an Österreich für "Die Fälscher". Etwas enttäuschend war für mich die Auszeichnung von "Ratatouille" als bester Animationsfilm. Klar, der Film ist originell und niedlich. Herausragender war jedoch eindeutig "Persepolis".  

In Zahlen: "No Country for Old Men" bekam vier Oscars, "Das Bourne Ultimatum" drei, "There Will Be Blood" und "La Vie en Rose" zwei. Jeweils ein Oscar ging an "Elizabeth", "Ratatouille", Der Goldene Kompass", "Sweeney Todd", "Michael Clayton", "Die Fälscher", "Juno", "Abbitte" und "Taxi to the Dark Side".

Das Oscarspiel 2008

And the Oscar goes to...

...John "J.P." McSherry (San Francisco)...
... und Henner Stötzel (Kreuztal), der den Wanderpokal bis zur nächsten Runde pflegen darf!

Eines vorweg: Es gab bei den Oscarstimmzetteln eine Panne, auf die ich erst nach dem Abgabeschluss aufmerksam gemacht wurde. In der Kategorie "Visuelle Effekte" hatte sich aus Versehen das "Bourne Ultimatum" eingeschlichen. An dieser Stelle hätte natürlich "Der Goldene Kompass" stehen müssen. Mea culpa. Die Kategorie fiel also aus der Wertung heraus, so dass in diesem Jahr ausnahmsweise nicht 21, sondern nur 20 Punkte zu vergeben waren. 

Die hat zwar keiner erreicht, trotzdem mussten sich die beiden Sieger mit ihren zwölf Treffern nicht verstecken. Oscarspielsieger 2008 wurden 

Henner Stötzel

und 

J. P. McSherry

Herzlichen Glückwunsch! Zuletzt hat J.P. von Irland aus gewonnen (2005) und hatte den Wanderpokal für ein Jahr auf die Grüne Insel geholt (im letzten Jahr landete er auf dem respektablen Platz 2). Inzwischen wohnt er in San Francisco. Deshalb wird unser goldiger Oscar dieses Mal besser nicht per Post verschickt. Ich habe die Sorge, dass das Päckchen nicht ankommt, aufgerissen wird oder wer weiß was... 

Deshalb bekommt in diesem Jahr Henner den Oscar, sozusagen stellvertretend für beide Sieger! 

Bis dahin erst einmal danke Euch allen fürs Mitmachen. Wir hatten insgesamt 26 Teilnehmer, was für die ehrenamtliche Jury bestehend aus dem Medienwissenschaftler Jan Wilhelm und mir selbst wieder jede Menge schweißtreibender Auswertungsarbeit bedeutete. 

Hier noch der Überblick über die Punktestände:

1. Henner Stötzel (Kreuztal) und J. P. Mc Sherry (San Francisco, USA) mit 12 Punkten

2. Kathrin Klotzki (Kreuztal), Stefan Hickmann (Hilchenbach) und Jan Schäfer (Kreuztal) mit 10 Punkten

3. Marco Butz (Siegen) mit 9 Punkten

4. Christof Werner (Hilchenbach), Britta Butz (Siegen) und Axel Williams (Siegen) mit 8 Punkten

5. Sisi Bahnschulte (Siegen), Jan Wilhelm (Bonn) und Nadine Stötzel (Kreuztal) mit 7 Punkten

6. Anke Zietmann (Bitburg), Yvonne Dirlenbach (Siegen), Eva Sanchez (Köln) und Timo Klotz (Bad Soden) mit 6 Punkten

Schlaflos in Ferndorf: die ehrenamtlichen Juroren Jan & Jan

7. Karina Lungwitz (Ludwigshafen), Heidemarie Schorr (Hannover), Anja Hickmann (Hilchenbach) und Jörg Bredenbeck (Köln) mit 5 Punkten

8. Dieter Schäfer (Hilchenbach) und Heike Schäfer (Hilchenbach) mit 4 Punkten

9. Vorjahressiegerin Katrin Werner (Hilchenbach), Dirk Zietmann (Bitburg), Ute Schäfer (Kreuztal) und Tina Krumbach (Köln, zzt. Ischgl) mit 3 Punkten 

10. Johannes Reudenbach (Köln) mit 2 Punkten

 

 

Bis zum nächsten Mal im Januar 2009!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Oscargewinner im Überblick (englische Filmtitel)
Bester Film "Atonement", "Juno", "Michael Clayton", "No Country for Old Men", "There Will Be Blood"
Bester Hauptdarsteller George Clooney ("Michael Clayton"); Daniel Day-Lewis ("There Will Be Blood"); Johnny Depp ("Sweeney Todd"); Tommy Lee Jones ("In the Valley of Elah"); Viggo Mortensen ("Eastern Promises")
Beste Hauptdarstellerin Cate Blanchett ("Elizabeth"); Julie Christie ("Away From Her"); Marion Cotillard ("La Vie en Rose"); Laura Linney ("The Savages"); Ellen Page ("Juno")
Bester Nebendarsteller Casey Affleck ("The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford"); Javier Bardem ("No Country for Old Men"); Hal Holbrook ("Into the Wild"); Philip Seymour Hoffman ("Charlie Wilson's War"); Tom Wilkinson ("Michael Clayton")
Beste Nebendarstellerin Cate Blanchett ("I'm Not There"); Ruby Dee ("American Gangster"); Saoirse Ronan ("Atonement"); Amy Ryan ("Gone Baby Gone"); Tilda Swinton ("Michael Clayton")
Bester Regisseur Julian Schnabel ("The Diving Bell and the Butterfly"); Jason Reitman ("Juno"); Tony Gilroy ("Michael Clayton"); Joel Coen and Ethan Coen ("No Country for Old Men"); Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood")
Bester fremdspachiger Film "Beaufort" (Israel); "TheCounterfeiters" (Österreich); "Katyn" (Poland); "Mongol" (Kasachstan); "12" (Russia)
Bestes adaptiertes Drehbuch Christopher Hampton ("Atonement"); Sarah Polley ("Away from Her"); Ronald Harwood ("The Diving Bell and the Butterfly"); Joel Coen & Ethan Coen ("No Country for Old Men"); Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood")
Bestes Originaldrehbuch Diablo Cody ("Juno"); Nancy Oliver ("Lars and the Real Girl"); Tony Gilroy ("Michael Clayton"); Brad Bird, Jan Pinkava and Jim Capobianco ("Ratatouille"); Tamara Jenkins ("The Savages")
Bester animierter Spielfilm "Persepolis"; "Ratatouille"; "Surf's Up"
Ausstattung "American Gangster"; "Atonement"; "The Golden Compass"; "Sweeney Todd"; "There Will Be Blood"
Beste Kamera "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford"; "Atonement"; "The Diving Bell and the Butterfly"; "No Country for Old Men"; "There Will Be Blood"
Bester Ton "The Bourne Ultimatum"; "No Country for Old Men"; "Ratatouille"; "3:10 to Yuma"; "Transformers"
Bester Tonschnitt "The Bourne Ultimatum"; "No Country for Old Men"; "Ratatouille"; "There Will Be Blood"; "Transformers"
Beste Filmmusik "Atonement" - Dario Marianelli; "The Kite Runner" - Alberto Iglesias; "Michael Clayton" - James Newton Howard; "Ratatouille" - Michael Giacchino; "3:10 to Yuma" - Marco Beltrami
Bester Song "Falling Slowly" aus "Once" (Glen Hansard and Marketa Irglova); "Happy Working Song" aus "Enchanted" (Alan Menken and Stephen Schwartz); "Raise It Up" aus "August Rush" (Nominierte werden noch bekannt gegeben); "So Close" aus "Enchanted" (Alan Menken and Stephen Schwartz); "That's How You Know" aus "Enchanted" (Alan Menken and Stephen Schwartz)
Bestes Kostümdesign "Across the Universe"; "Atonement"; "Elizabeth"; "La Vie en Rose"; "Sweeney Todd"
Bester Dokumentarfilm (lang) "No End in Sight"; "Operation Homecoming"; "Sicko"; "Taxi to the Dark Side"; "War/Dance"
Bester Filmschnitt "The Bourne Ultimatum"; "The Diving Bell and the Butterfly"; "Into the Wild"; "No Country for Old Men"; "There Will Be Blood"
Bestes Make-Up "La Vie en Rose"; "Norbit"; "Pirates of the Caribbean: At World's End";
Beste visuelle Effekte "The Golden Compass"; "Pirates of the Caribbean: At World's End"; "Transformers"

 

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